Der Red Hat Paket-
Manager (RPM) ist ein frei verfügbares
Paketsystem, das jedem Benutzer zur Verfügung steht und
sowohl unter Red Hat Linux als auch unter anderen Linux- und UNIX-Systemen
ausgeführt werden kann. Red Hatmöchte andere Anbieter
ausdrücklich dazu ermutigen, sich die Zeit zu nehmen, RPM
näher zu betrachten und es für ihre eigenen Produkte zu
verwenden. RPM kann gemäß den Lizenzbedingungen der GPL
vertrieben werden.
Für den Endbenutzer stellt RPM viele Funktionsmerkmale
bereit, die die Systemverwaltung so einfach wie nie zuvor machen.
Das Installieren, Deinstallieren und Aktualisieren der RPM-Pakete
wird jeweils durch Befehle ausgeführt, die nur eine einzelne
Zeile umfassen - um komplizierte Details brauchen Sie sich nicht
mehr zu kümmern. RPM verwaltet eine Datenbank mit den
installierten Paketen und deren Dateien, die Ihnen das
Durchführen effizienter Suchvorgänge und
Überprüfungen in Ihrem System ermöglicht.
Während einer Aktualisierung behandelt RPM die
Konfigurationsdateien auf besondere Weise, so daß Ihre
Benutzereinstellungen nicht mehr verlorengehen können - ein
Funktionsmerkmal, das bei gewöhnlichen
.tar.gz-Dateien nicht möglich ist.
Dem Entwickler bietet RPM die Möglichkeit, Quellcode aus der
Software zu extrahieren und ihn in Quell- und Binärpakete
für die Endbenutzer zu packen. Dies ist ein recht einfaches
Verfahren, das von einer einzelnen Datei sowie von optionalen
Patches (von Ihnen erstellt) ausgeführt wird. Dieses einfache
Konzept mit den "reinen" Quellen und Ihren Patches und
build-Anweisungen erleichtert das Pflegen des Pakets, wenn neue
Software-Versionen erscheinen.
Bitte beachten:
Obwohl es nicht schadet, das grundlegende Konzept von RPM zu
begreifen, gibt es eine Alternative. Wenn Sie statt von der
Befehlszeile aus lieber mit einer grafischen
Benutzeroberfläche arbeiten, empfehlen wir Ihnen die
Verwendung von Gnome-RPM. Weitere
Informationen finden Sie in Kapitel 7.
Bevor Sie sich mit der Funktionsweise von RPM auseinandersetzen,
ist es sinnvoll, eine ungefähre Vorstellung von den
Entwicklungszielen zu bekommen.
Aktualisierbarkeit
Mit RPM können Sie einzelne Komponenten Ihres Systems
aktualisieren, ohne eine komplette Neuinstallation
vornehmen zu müssen. Wenn Sie eine neue Version eines
auf RPM basierenden Betriebssystems (z.B. Red Hat Linux) erhalten,
müssen Sie auf Ihrem Computer keine Neuinstallation
vornehmen (wie das bei Betriebssystemen der Fall ist, die
auf anderen Paketsystemen basieren). RPM ermöglicht
Ihnen eine intelligente, vollautomatische Aktualisierung
Ihres vorhandenen Systems. Die Konfigurationsdateien in
den Paketen werden während des
Aktualisierungsvorgangs geschützt, so daß Sie
Ihre Benutzereinstellungen nicht verlieren.
Leistungsstarke Abfragefunktionen
Ein weiteres Entwicklungsziel waren leistungsstarke
Abfrageoptionen für RPM. Sie können Suchanfragen
nach Paketen oder sogar nach bestimmten Dateien auf Ihre
gesamte Datenbank ausdehnen. Außerdem können
Sie schnell feststellen, zu welchem Paket eine Datei
gehört und woher dieses Paket stammt. Die in einem
RPM-Paket enthaltenen Dateien befinden sich in einem
komprimierten Archiv zusammen mit einem
benutzerdefinierten Binär-Header, der nützliche
Informationen über das Paket und seinen Inhalt
enthält und somit ein schnelles und einfaches
Abfragen einzelner Pakete ermöglicht.
Systemüberprüfung
Ein weiteres leistungsstarkes Funktionsmerkmal ist das
Überprüfen von Paketen. Wenn Sie sich Sorgen
machen, weil Sie möglicherweise eine für ein
bestimmtes Paket wichtige Datei gelöscht haben,
können Sie das Paket einfach überprüfen.
Sie werden über eventuell festgestellte
Unstimmigkeiten benachrichtigt. Sie können dann das
Paket neu installieren, falls dies erforderlich sein
sollte. Sämtliche von Ihnen bearbeiteten
Konfigurationsdateien bleiben während der
Neuinstallation erhalten.
Unveränderter Quellcode
Ein wesentliches Entwicklungsziel war die
Möglichkeit, den ursprünglichen und
unveränderten Quellcode zur Verfügung zu
stellen, wie er von den eigentlichen Autoren der Software
vertrieben wird. Mit RPM steht Ihnen dieser
ursprüngliche Code zusammen mit den verwendeten
Patches und den kompletten build-Anweisungen zur
Verfügung. Dies ist aus mehreren Gründen sehr
vorteilhaft. Wenn beispielsweise eine neue Version eines
Programms auf den Markt kommt, müssen Sie nicht
unbedingt wieder von vorn anfangen und das Programm
kompilieren. Sie schauen sich lediglich den Patch an und
wissen, was Sie möglicherweise
zu tun haben. Auf diese Weise können alle
kompilierten Standardwerte und sämtliche
Änderungen angezeigt werden, die vorgenommen wurden,
um ein korrektes Erstellen der Software zu
ermöglichen.
Dieses Ziel mag lediglich Entwicklern wichtig erscheinen,
doch die daraus resultierende höhere Qualität
der Software kommt auch den Endbenutzern zugute. Wir
möchten an dieser Stelle den Mitarbeitern der
BOGUS-Distribution danken, von denen das Konzept des
unveränderten Quellcodes stammt.