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Konfigurieren von Update Agent

Konfigurieren von Update Agent

Unmittelbar nach dem Installieren können Sie mit Update Agent weder automatisch eine Verbindung mit dem Red Hat FTP-Server herstellen noch aktualisierte Pakete herunterladen und installieren. Sie müssen zuerst persönliche Informationen wie Ihren Benutzernamen und Ihr Paßwort eingeben, die Sie beim Registrieren von Red Hat Linux 6.2 selbst festgelegt haben. (Weitere Informationen über die Vorteile einer Registrierung finden Sie übrigens unter http://www.redhat.com/now.)

Abbildung 11-2 Hauptfenster von Update Agent

Um die Anwendung zu konfigurieren, klicken Sie auf den Button Configure im Hauptfenster des Programms. (Der Button Abort kann nur beim Herunterladen oder Installieren von Paketen gewählt werden und dient zum Abbrechen des gerade aktiven Vorgangs von Update Agent.)

Das Dialogfeld Configuration besteht aus drei Registern, in denen Sie verschiedene Informationen eingeben müssen:

  • User - Hier geben Sie Ihren Benutzernamen und das Paßwort ein. Diese Angaben haben Sie beim Registrieren von Red Hat Linux 6.2 unter http://www.redhat.com/now selbst festgelegt. Sie sollten auch eine E-Mail-Adresse angeben, an die verschiedene Informationen über Aktualisierungen geschickt werden.

  • Retrieval - Legen Sie in diesem Register den Namen des Servers und weitere Installationsanweisungen fest. Zu diesen zusätzlichen Informationen zählt beispielsweise, welche Version von Red Hat Linux aktualisiert werden soll und ob die heruntergeladenen Pakete auch gleich installiert werden sollen.

  • Exceptions - Geben Sie in diesem Register an, welche Dateien und/oder Pakete bei der Suche nach Updates nicht berücksichtigt werden sollen. So kann es beispielsweise sinnvoll sein, nicht nach neuen Dateien für den Kernel suchen zu lassen.

Beschäftigen wir uns nun erst einmal mit dem Register User. Nach der Eingabe Ihrer Informationen sollte die Maske ähnlich wie in Abbildung 11-3 ausgefüllt sein.

Abbildung 11-3 Register zur Benutzerkonfiguration

Das Register User besteht aus zwei Bereichen, nämlich User Information und E-Mail Addresses.

Im Bereich User Information geben Sie den Benutzernamen ein, den Sie bei der Registrierung im Feld mit der Bezeichnung User ID festgelegt haben. Analog geben Sie im Feld Password das Paßwort ein, das Sie beim Registrieren selbst festgelegt haben.

Im Bereich E-Mail Addresses sollten Sie eine E-Mail-Adresse angeben, an die Update Agent Ihnen automatisch Informationen und Zusammenfassungen zu neuen Paketen zusenden soll. Es ist ohne weiteres möglich, hierfür mehrere Adressen anzugeben, beispielsweise auch die Adresse, unter der Sie mit Ihrem Benutzerkonto Mails abrufen können. Geben Sie die Adressen einfach in das Feld Add new ein, und klicken Sie dann auf den Button Add . Der Eintrag wird dann im Fenster mit den Adressen aufgelistet.

Nun ist es an der Zeit, daß Sie Ihre persönlichen Einstellungen im Register Retrieval eingeben.

Das Register Retrieval besteht aus drei Bereichen, in denen die Adresse des Priority Update-Servers, Anweisungen für das Herunterladen und Installieren von Paketen sowie der Speicherort der aktualisierten Pakete in Ihrem System angegeben wird. (Für ein Beispiel siehe Abbildung 11-4.)

Abbildung 11-4 Register Retrieval

Im Feld Server müssen Sie priority.redhat.com als Adresse für den Updates-Server eingeben, falls diese Adresse nicht schon voreingestellt ist. Im Feld Program können Sie keine Änderungen vornehmen, hier ist der Pfad für das CGI-Skript eingetragen, das von Update Agent aufgerufen wird.

Ähnlich wie bei den Optionen in Gnome-RPM können Sie im darunterliegenden Bereich mit einer Reihe von Kontrollkästchen festlegen, wie Update Agent beim Abrufen und Installieren von Updates vorgehen soll. Die einzelnen Funktionen können Sie einfach durch Aktivieren der Kontrollkästchen aufrufen. Folgende Optionen stehen zur Verfügung:

  • Do not replace config files - Pakete, die Konfigurationsdateien enthalten, werden nicht ausgewählt, falls Sie die entsprechenden Konfigurationsdateien auf Ihrem System geändert haben. Angenommen, Sie haben die Konfigurationsdatei /etc/syslog.conf geändert. Falls nun ein Update für sysklogd verfügbar ist, bei dessen Installation eine neue Datei /etc/syslog.conf angelegt wird, wird dieses Paket nicht heruntergeladen und installiert.

  • Display all available packages - Aktivieren Sie dieses Kontrollkästchen, wenn Update Agent Ihnen alle verfügbaren Pakete anzeigen soll und nicht nur die spezifischen Pakete für Ihr installiertes System.

  • Retrieve packages, but do not install - Diese Option ist standardmäßig aktiviert. Wenn dieses Kontrollkästchen aktiviert ist, lädt Update Agent die Dateien lediglich in ein temporäres Verzeichnis auf Ihrer Festplatte herunter. Danach müssen Sie die Pakete selbst installieren. Falls das Kontrollkästchen hingegen nicht aktiviert ist, lädt Update Agent die ausgewählten Pakete nicht nur herunter, sondern installiert diese auch noch automatisch. Wenn Sie diese Funktion nicht nutzen möchten, sondern die Pakete manuell installieren wollen, finden Sie die neuen Pakete in dem Verzeichnis, das Sie im Feld Package storage directory an der Unterseite des Dialogfelds selbst festgelegt haben.

  • Keep packages after installation - Die RPM-Pakete werden auch nach erfolgter Installation nicht gelöscht. Diese Funktion bietet sich an, wenn Sie Kopien der Pakete behalten möchten, nimmt aber zusätzlichen Platz auf Ihrer Festplatte in Anspruch.

  • Attempts to resolve dependencies - In diesem Feld können Sie angeben, wie viele Versuche Update Agent unternehmen soll, um mögliche Probleme mit Abhängigkeiten für die ausgewählten Pakete zu lösen. Für diese Einstellung stehen Zahlenwerte von 1 bis 10 zur Verfügung, die mit Hilfe der beiden Pfeile neben dem Feld vorgenommen werden können. Je höher der eingestellte Wert ist, desto gründlicher ist die Überprüfung auf Abhängigkeiten vor der Installation der aktualisierten Pakete - und desto höher ist auch der Zeitbedarf für das Herunterladen und Installieren der Pakete. Bei Wahl eines geringeren Werts können Sie den Vorgang beschleunigen, allerdings ist dann die Überprüfung auch oberflächlicher. Standardmäßig ist in diesem Feld ein Wert von 3 voreingestellt, der in den meisten Fällen ausreichend sein dürfte.

Unter diesen Optionen für das Herunterladen und Installieren von Paketen befinden sich zwei weitere Felder, mit denen Sie festlegen können, welche Version von Red Hat Linux Sie aktualisieren möchten und in welchem Verzeichnis die aktualisierten Dateien gespeichert werden sollen.

In der Dropdown-Liste Override version können Sie die aktuelle und frühere Versionen von Red Hat Linux auswählen. Die meisten Benutzer werden vermutlich die Standardeinstellung Red Hat Linux 6.2 beibehalten. Wenn Sie in diesem Feld keinen Wert eingeben, wird die richtige Einstellung automatisch ermittelt.

Die Standardeinstellung für Package storage directory lautet /var/spool/up2date. Sie können dieses Verzeichnis jedoch jederzeit ändern. Wenn Sie beispielsweise festgelegt haben, daß die neuen Pakete lediglich heruntergeladen, aber nicht automatisch installiert werden sollen, nehmen die aktualisierten RPM-Pakete im Laufe der Zeit immer mehr Platz auf Ihrer Festplatte ein. Daher kann es sinnvoll sein, ein anderes Verzeichnis in Ihrem Dateisystem anzugeben, in dem ausreichend Platz zur Verfügung steht.

Im Register Exceptions können Sie Pakete oder einzelne Dateien angeben, die nicht von priority.redhat.com abgerufen und als Update angeboten werden sollen. (Ein Beispiel für dieses Register finden Sie in Abbildung 11-5.)

Abbildung 11-5 Das Register Exceptions

In diesem Register können Sie angeben, welche Dateien und Pakete nicht aktualisiert oder geändert werden sollen. In beiden Bereichen - Skip Packages und Skip Files - können Sie Platzhalter wie Sternchen (*) oder Fragezeichen (?) verwenden.

Standardmäßig ist im Feld Skip Packages der Eintrag kernel* vorhanden. Dies bedeutet, daß alle Pakete, die mit der Bezeichnung kernel beginnen, nicht heruntergeladen und installiert werden. In den meisten Fällen sollte diese Einstellung beibehalten werden.

Wenn Sie in die Liste neue Einträge einfügen möchten, geben Sie den Namen des nicht zu berücksichtigenden Pakets in das Feld über der Liste ein (beispielsweise geben Sie exmh* für das E-Mail-Programm exmh ein) und klicken dann auf den Button Add. Ihr Eintrag wird dadurch in die Liste aufgenommen.

Ähnlich wie die Funktion Skip Packages ermöglicht Ihnen auch der Bereich Skip Files die Auswahl von Dateien, die nicht für das Herunterladen ausgewählt werden sollen.

 

 
 
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