Red Hat Linux 6.2 bietet Ihnen zusätzlich zu
Verbesserungen bei der Installation eine Reihe neuer Funktionen.
So stehen Ihnen neue Tools und Anwendungen sowie neue Versionen
des Kernels und der Desktop-Umgebungen zur Verfügung. Diese
Liste soll Ihnen ein wenig mehr Aufschluß darüber
geben, was Sie von Red Hat Linux 6.2 erwarten können,
sobald Sie mit dem eigentlichen Betriebssystem dann
"richtig" arbeiten.
- Aufteilung der Netzwerkdienste in Client- und Serverpakete:
Folgende Netzwerkdienste wurden in Client- und Serverpakete
aufgeteilt:
telnet
finger
talk
rsh
rusers
rwall
tftp
Zum Beispiel besteht die Intel-kompatible Plattform
telnet jetzt aus zwei RPMs:
- sysctl steuert jetzt die
Systemeinstellungen:
In Red Hat Linux 6.2 werden Kernel-Optionen wie
IPv4-Weiterleitung und das Aktivieren bzw. Deaktivieren
der "magic sysrq"-Tasten nicht mehr vom Inhalt
der in /etc/sysconfig abgelegten
Dateien, sondern über das Programm
sysctl gesteuert. Die
sysctl-Einstellungen sind in
der Datei /etc/sysctl.conf
gespeichert und werden bei jedem Systemstart mit folgendem
Befehl geladen:
sysctl -p /etc/sysctl.conf
|
Hier ein Beispiel für die Datei /etc/sysctl.conf:
# Disables IPv4 packet forwarding
net.ipv4.ip_forward = 0
# Enables source route verification
# This drops packets that come in over interfaces they shouldn't;
# (for example, a machine on an external net claiming to be one on your
# local network)
net.ipv4.conf.all.rp_filter = 1
# Disables automatic defragmentation
# Automatic defragmentation is needed for masquerading and Linux
# Virtual Server use; it is not needed otherwise.
net.ipv4.ip_always_defrag = 0
# Disables the magic-sysrq key
kernel.sysrq = 0
# Disables stop-a on the sparc
kernel.stop-a = 0
|
Viele weitere Parameter zur Feinabstimmung des Kernels
können eingestellt werden. Geben Sie sysctl
-a ein, oder lassen Sie sich den Inhalt der
Datei
/usr/doc/kernel-doc-<version>/sysctl
anzeigen, wenn Sie die vollständige Liste sehen
wollen.
 | Bitte beachten: |
|---|
| | Wenn Sie Ihr Red Hat Linux-System auf Red Hat Linux 6.2
aktualisieren, werden alle Änderungen, die Sie an
Dateien im Verzeichnis
/etc/sysconfig vorgenommen haben,
in die Datei /etc/sysctl.conf
übernommen. Sie sollten überprüfen, ob
die Datei entsprechend geändert wurde.
|
- Linux-Kernel 2.2.14
Red Hat Linux 6.2 enthält die neueste stabile
Version des Linux-Kernels
2.2.x.
- ident-Dienst wird jetzt als Dämon
ausgeführt:
Der Dienst ident wird jetzt als
eigenständiger Dienst ausgeführt (unter der
Bezeichnung "identd") und von den Einstellungen
in der Datei /etc/identd.conf
gesteuert.
- Workstation-Installationen bieten jetzt mehr Sicherheit:
Bei Workstation-Installationen wird der
"Superserver" inetd
nicht mehr installiert. Dadurch sind bei einer
Workstation-Installation die folgenden Netzwerkdienste
nicht verfügbar:
ftp
telnet
shell
login
talk
finger
Wenn Sie die obengenannten Netzwerkdienste benötigen,
müssen Sie einen anderen Installationstyp
wählen.
- XFree86 Version 3.3.6:
Red Hat Linux 6.2 enthält die neueste Version von
XFree86 (die Version 3.3.6
unterstützt viele neue Treiber).
- Diese Dienste werden nicht mehr standardmäßig
ausgeführt:
Um eine bessere Feinabstimmung der Systemkonfiguration zu
ermöglichen, werden in Red Hat Linux 6.2 die
folgenden Dienste nicht mehr standardmäßig
ausgeführt:
Sie können diese Dienste entweder mit
chkconfig --level 35
<Dienstname> on
aktivieren oder die Liste mit den Diensten bearbeiten, die
mit den Dienstprogrammen ntsysv
oder tksysv gestartet werden.
- Die Mesa-Grafikbibliothek ist jetzt mit enthalten:
Die Mesa 3-D-Grafikbibliothek (Version 3.2) wird jetzt
mitgeliefert. Mesa ist mit der OpenGL-Grafik-API
kompatibel.
- Der Sawmill-Windowmanager ist
jetzt mit enthalten:
Red Hat Linux 6.2 enthält jetzt auch den
Windowmanager sawmill.
sawmill basiert auf einer
Lisp-ähnlichen Sprache und ist GNOME-kompatibel.
- man-Seiten jetzt komprimiert:
Alle man-Seiten sind jetzt zur Verringerung des
Speicherplatzbedarfs komprimiert (mit
gzip).
- Programme beim Aufruf von X starten:
Programme können jetzt durch Skripte in
/etc/X11/xinitrc/xinitrc.d beim
Starten von X automatisch gestartet werden.
- Automatische Erkennung von Schriften:
X-Schriften, die Ihrem Red Hat Linux 6.2 System
hinzugefügt wurden, werden jetzt beim Start des
Font-Servers automatisch erkannt. Das kann während
der Ausführung von X mit folgendem Befehl erreicht
werden (Sie müssen sich hierzu als Root anmelden):
/etc/rc.d/init.d/xfs restart
|
- Änderungen bei der Verschlüsselung:
Aufgrund der Lockerung der US-amerikanischen
Verschlüsselungsgesetze wurden an den folgenden
Paketen Änderungen hinsichtlich der
Verschlüsselung vorgenommen:
Kerberos-Sicherheitsprüfung
wurde in die Programme mutt,
pine,
fetchmail,
cvs und
imap integriert.
Der GNU Privacy Guard
(GnuPG) ist jetzt in
allen Ausgaben von Red Hat Linux 6.2 enthalten.
Für alle unterstützten Plattformen
enthält Red Hat Linux 6.2 den
Netscape Communicator
mit 128-Bit-Verschlüsselung.