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Red Hat Documentation

Systembezogene neue Funktionsmerkmale

Systembezogene neue Funktionsmerkmale

Red Hat Linux 6.2 bietet Ihnen zusätzlich zu Verbesserungen bei der Installation eine Reihe neuer Funktionen. So stehen Ihnen neue Tools und Anwendungen sowie neue Versionen des Kernels und der Desktop-Umgebungen zur Verfügung. Diese Liste soll Ihnen ein wenig mehr Aufschluß darüber geben, was Sie von Red Hat Linux 6.2 erwarten können, sobald Sie mit dem eigentlichen Betriebssystem dann "richtig" arbeiten.

Aufteilung der Netzwerkdienste in Client- und Serverpakete:

Folgende Netzwerkdienste wurden in Client- und Serverpakete aufgeteilt:

  • telnet

  • finger

  • talk

  • rsh

  • rusers

  • rwall

  • tftp

Zum Beispiel besteht die Intel-kompatible Plattform telnet jetzt aus zwei RPMs:

  • telnet-0.16-5.i386.rpm

  • telnet-server-0.16-5.i386.rpm

sysctl steuert jetzt die Systemeinstellungen:

In Red Hat Linux 6.2 werden Kernel-Optionen wie IPv4-Weiterleitung und das Aktivieren bzw. Deaktivieren der "magic sysrq"-Tasten nicht mehr vom Inhalt der in /etc/sysconfig abgelegten Dateien, sondern über das Programm sysctl gesteuert. Die sysctl-Einstellungen sind in der Datei /etc/sysctl.conf gespeichert und werden bei jedem Systemstart mit folgendem Befehl geladen:

sysctl -p /etc/sysctl.conf
              

Hier ein Beispiel für die Datei /etc/sysctl.conf:

              # Disables IPv4 packet forwarding
net.ipv4.ip_forward = 0 
# Enables source route verification
# This drops packets that come in over interfaces they shouldn't;
# (for example, a machine on an external net claiming to be one on your
# local network)
net.ipv4.conf.all.rp_filter = 1
# Disables automatic defragmentation
# Automatic defragmentation is needed for masquerading and Linux
# Virtual Server use; it is not needed otherwise.
net.ipv4.ip_always_defrag = 0
# Disables the magic-sysrq key
kernel.sysrq = 0
# Disables stop-a on the sparc
kernel.stop-a = 0
              
            

Viele weitere Parameter zur Feinabstimmung des Kernels können eingestellt werden. Geben Sie sysctl -a ein, oder lassen Sie sich den Inhalt der Datei /usr/doc/kernel-doc-<version>/sysctl anzeigen, wenn Sie die vollständige Liste sehen wollen.

AnmerkungBitte beachten:
 

Wenn Sie Ihr Red Hat Linux-System auf Red Hat Linux 6.2 aktualisieren, werden alle Änderungen, die Sie an Dateien im Verzeichnis /etc/sysconfig vorgenommen haben, in die Datei /etc/sysctl.conf übernommen. Sie sollten überprüfen, ob die Datei entsprechend geändert wurde.

Linux-Kernel 2.2.14

Red Hat Linux 6.2 enthält die neueste stabile Version des Linux-Kernels 2.2.x.

ident-Dienst wird jetzt als Dämon ausgeführt:

Der Dienst ident wird jetzt als eigenständiger Dienst ausgeführt (unter der Bezeichnung "identd") und von den Einstellungen in der Datei /etc/identd.conf gesteuert.

Workstation-Installationen bieten jetzt mehr Sicherheit:

Bei Workstation-Installationen wird der "Superserver" inetd nicht mehr installiert. Dadurch sind bei einer Workstation-Installation die folgenden Netzwerkdienste nicht verfügbar:

  • ftp

  • telnet

  • shell

  • login

  • talk

  • finger

Wenn Sie die obengenannten Netzwerkdienste benötigen, müssen Sie einen anderen Installationstyp wählen.

XFree86 Version 3.3.6:

Red Hat Linux 6.2 enthält die neueste Version von XFree86 (die Version 3.3.6 unterstützt viele neue Treiber).

Diese Dienste werden nicht mehr standardmäßig ausgeführt:

Um eine bessere Feinabstimmung der Systemkonfiguration zu ermöglichen, werden in Red Hat Linux 6.2 die folgenden Dienste nicht mehr standardmäßig ausgeführt:

  • Der Automount-Dämon amd (enthalten im RPM-Paket am-utils)

  • Der Nameserver bind

  • Der DHCP-Server dhcpd

  • Der Newsserver inn

  • Der NFS-Server knfsd

  • Der CIFS-Server samba (wird für die Unterstützung von Windows-basierten Datei- und Druckdiensten verwendet)

Sie können diese Dienste entweder mit chkconfig --level 35 <Dienstname> on aktivieren oder die Liste mit den Diensten bearbeiten, die mit den Dienstprogrammen ntsysv oder tksysv gestartet werden.

Die Mesa-Grafikbibliothek ist jetzt mit enthalten:

Die Mesa 3-D-Grafikbibliothek (Version 3.2) wird jetzt mitgeliefert. Mesa ist mit der OpenGL-Grafik-API kompatibel.

Der Sawmill-Windowmanager ist jetzt mit enthalten:

Red Hat Linux 6.2 enthält jetzt auch den Windowmanager sawmill. sawmill basiert auf einer Lisp-ähnlichen Sprache und ist GNOME-kompatibel.

man-Seiten jetzt komprimiert:

Alle man-Seiten sind jetzt zur Verringerung des Speicherplatzbedarfs komprimiert (mit gzip).

Programme beim Aufruf von X starten:

Programme können jetzt durch Skripte in /etc/X11/xinitrc/xinitrc.d beim Starten von X automatisch gestartet werden.

Automatische Erkennung von Schriften:

X-Schriften, die Ihrem Red Hat Linux 6.2 System hinzugefügt wurden, werden jetzt beim Start des Font-Servers automatisch erkannt. Das kann während der Ausführung von X mit folgendem Befehl erreicht werden (Sie müssen sich hierzu als Root anmelden):

/etc/rc.d/init.d/xfs restart
            
Änderungen bei der Verschlüsselung:

Aufgrund der Lockerung der US-amerikanischen Verschlüsselungsgesetze wurden an den folgenden Paketen Änderungen hinsichtlich der Verschlüsselung vorgenommen:

  • Kerberos-Sicherheitsprüfung wurde in die Programme mutt, pine, fetchmail, cvs und imap integriert.

  • Der GNU Privacy Guard (GnuPG) ist jetzt in allen Ausgaben von Red Hat Linux 6.2 enthalten.

  • Für alle unterstützten Plattformen enthält Red Hat Linux 6.2 den Netscape Communicator mit 128-Bit-Verschlüsselung.

 

 


 
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