Im August 1991 begann ein Student in Finnland eine Meldung an
die Newsgruppe comp.os.minix mit den Worten:
Der Name des Studenten war Linux Torvalds,
und aus dem Hobby, von dem er sprach, wurde schließlich
das, was heute als Linux bekannt ist.
Linux ist ein voll ausgestattetes POSIX-kompatibles
Betriebssystem, das nicht nur von Linus entwickelt wurde,
sondern von Hunderten von Programmierern auf der ganzen Welt.
Interessanterweise verläuft die weltweite Entwicklung von
Linux trotz des damit verbundenen hohen Aufwands in weiten
Teilen unkoordiniert. Was den Kernel angeht, so hat Linus
Torvalds das Sagen - aber Linux ist mehr als nur der Kernel. Es
gibt keine Verwaltungsinfrastruktur. So kauft sich etwa ein
Student in Rußland ein neues Motherboard und schreibt
einen Treiber, der eine tolle Funktion dieses Boards
unterstützt. Oder ein Systemadministrator in Maryland
benötigt ein Backup-Programm, schreibt es und gibt es an
jeden weiter, der es brauchen kann. Die richtigen Dinge scheinen
genau zur richtigen Zeit zu passieren.
Und Linux ist absolut kostenlos erhältlich. Sie haben
richtig gelesen: Der größte Teil der Software ist
für jeden kostenlos erhältlich, der genügend Zeit
und Lust aufbringt, sie aus dem Internet herunterzuladen. Aber
nicht jeder hat genügend Zeit…
Hier kommt eine Gruppe von Programmierern in North Carolina,
USA, ins Spiel. Ihr Ziel war es, anderen Benutzern den Zugang
zu Linux zu erleichtern. Wie viele andere Gruppen auch,
wollten sie alle notwendigen Programmteile in einer
geschlossenen Distribution
zusammenstellen und damit Anfängern einige mehr oder
weniger exotische Fragen bei der Installation und Verwendung
des neuen Betriebssystems auf dem eigenen PC ersparen.
Verglichen mit anderen Distributionen war diese jedoch ganz
anders. Anstatt lediglich ein Abbild einer Festplatte zu sein,
auf der eine funktionierende Kopie von Linux installiert war,
oder ein Diskettensatz, vom dem verschiedene Teile eines
Betriebssystems kopiert werden konnten, basierte diese
Distribution auf Paketen.
Die Software-Entwicklung in der Linux-Welt ist rasant -
kontinuierlich erscheinen neue Versionen älterer
Software. Bei anderen Distributionen war das Aktualisieren der
Software äußert mühsam - eine
vollständige Aktualisierung bedeutete normalerweise das
Löschen der gesamten Festplatte und einen absoluten
Neubeginn.
Jedes Paket enthält einen anderen Teil der Software, der
ausführlich getestet, konfiguriert und lauffähig
ist. Wenn Sie beispielsweise einen neuen Editor ausprobieren
möchten, müssen Sie hierzu das entsprechende Paket
einfach nur herunterladen und installieren. Sekunden
später können Sie ihn bereits testen. Wenn er Ihnen
nicht gefällt, geben Sie einfach einen einzigen Befehl
ein, und das Paket wird entfernt.
Allein mit dieser Eigenschaft wäre diese Distribution
schon Klasse. Aber das Paketkonzept bringt noch einen weiteren
Vorteil mit sich:
Diese Linux-Distribution kann problemlos aktualisiert werden.
Inzwischen haben Sie wahrscheinlich erraten, daß es sich
bei der Gruppe von Programmierern in North Carolina um Red Hat
handelt, und daß die paketbasierte Distribution Red Hat Linux
ist.
Seit der Einführung von Red Hat Linux im Sommer 1994 sind Linux
und Red Hat sprunghaft gewachsen. Vieles hat sich geändert:
auch ungewöhnliche Hardware wird inzwischen
unterstützt, es gibt gewaltige Fortschritte in der
Zuverlässigkeit, und Linux wird zunehmend von Firmen auf
der ganzen Welt eingesetzt.
Aber vieles ist beim alten geblieben. Linux wird immer noch
von Menschen auf der ganzen Welt entwickelt. Dabei beteiligt
sich Linus Torvalds weiterhin an der Entwicklung. Red Hat hat
ihren Sitz immer noch in North Carolina und ist weiterhin
bemüht, die Verwendung von Linux zu vereinfachen.
Und Red Hat Linux ist immer noch paketbasiert und soll es auch bleiben.
Seit der Freigabe von Version 4.0 unterstützt Red Hat Linux drei
führende Computerplattformen: Intel-kompatible PCs,
Digital Alpha-Computer und Sun SPARC-Rechner
.
Die einheitliche Quellstruktur und die Vorzüge der
RPM-Technologie (RPM
Package Management)
ermöglichen den Einsatz von Red Hat Linux Linux mit minimalem
Aufwand auf jeder Plattform. Dies wiederum vereinfacht die
Verwaltung der Programme und die Portierung von Software
zwischen diesen Plattformen.
Red Hat Linux liegt allgemein zugänglich auf unserem FTP-Server
und vielen Mirror-Sites im Internet bereit. Red Hat Linux ist des
weiteren auf CD-ROM erhältlich. Aktuelle Informationen zu
unseren Produktangeboten und Links zu anderen Linux-Ressourcen
finden Sie auf der Website von Red Hat unter http://www.redhat.de.
Auf den meisten Systemen ist Red Hat Linux leicht zu installieren. Sie
werden vom Installationsprogramm in nur 15 Minuten durch
diesen Vorgang geführt. Das System selbst ist sehr
flexibel. Mit RPM können Sie
einzelne Pakete mit nur wenig Aufwand installieren und
deinstallieren.
Aufgrund von RPM ist Red Hat Linux auch
einfach zu pflegen - Paketinstallationen können
überprüft und korrigiert werden, und Pakete lassen
sich problemlos und zuverlässig installieren und
deinstallieren. Darüber hinaus ist Red Hat Linux einfach zu
verwalten. Zum System gehört eine umfangreiche Sammlung
von Verwaltungstools, die die tägliche
Systemadministration unterstützen. Für die frei
erhältlichen Komponenten des Systems wird der
vollständige Quellcode mitgeliefert.